Frauer, Mannin und andere Arschlöcher

Lieber Samstag, eigentlich ja Sonntag und eigentlich auch jede Woche aber yolo.

Ich bin ja eine Frau. Schwer erkennbar am Namen, gell. Vom liebevollen, schwachen Geschlecht. Fürsorglich, zärtlich, weich.

Haha.

Und ich kenne ja auch viele Frauen (stellt sich wieder die Frage, ob ichs jetzt Mit-Frauen oder Co-Frauen nennen soll). Vor allem kenne ich viele der Sorte „kick – ass“. So der „läck, es Bier wär ez geil“ – Typ. Die Metamorphose Hirn, Herz und Arsch. Und nachdem eben diese mit ihrem perfekten Make-up („Meiköp“, weil schwenglisch) oder den wunderschönen Nägeln sich lauthals über die Idioten dieser Welt beschweren, wird im nächsten Moment noch lauter darüber gelacht. Hello world. Boom.

Das braucht viel, sowas. Von beiden Seiten des Geschlechterspekturms wird dir tagtäglich ins Gesicht gehauen wie Penis oder Vagina sein sollte. Weil eben. Penis oder Vagina bestimmt, wie du bist. Weil logisch. Oben beschriebene Menschen können als stark, eigenwillig, intelligent, interessant beschrieben werden. Oder eben als laut, abnormal, aufbrausend, indiskret und „Oh mein Gott, hesch ghört… die reden  über Sex. So peinlech.“
Nicht spannend, sondern zu viel. Sie sind das Problem. Sie wissen nicht was sich gehört. Und: Sie sind selber Schuld.
Schon gehört solche Sätze, gell.

Während einerseits Weiblichkeit als begehrenswert und erwünscht dargestellt wird, verkörpert es auch oft Schwäche. Frauen müssen/sollen/wollen weiblich sein. Aber trotzdem: „Sei kein Mädchen, man up!“ und ähnliche Sätze gibts endlos viele. Das Weibliche hat einen paradoxen Platz. Ja wirklich etwas krank. Und zwar auch wieder auf beide Seiten des Geschlechterspektrums. Begehrenswert, weil abhängig. Abstossend, weil schwach. Weiblichkeit heisst schwach? Sorry, aber ich finde ja meine Brüste super!

Etwa den Satz „Sie ist nur Mutter“ hört man oft. Nie würde jemand aber sagen „Er arbeitet nur 100%“ (weil 5 Tage die Woche für 8 Stunden im Büro sitzen ist natürlich schon heavy und mehr Verantwortung und so, wieder weil logisch). Und das egal ob Mann oder Frau. Eine Frau die viel arbeitet ist hoch angesehen, weil männlich. Umgekehrt geht aber gar nicht. Hausmann statt Hausfrau? Ein weiblicher Mann?

Männer, die nicht-pink-blond-glitzerfurzenden-Frauen sagen, dass sie sich ändern müssen, sind Arschlöcher. Wird das umgekehrte Männern gegenüber gesagt, ist das aber okey (,auch wieder weil logisch).

Lieber Mit-Frauer, lieber Co-Mannin. Wir werden nicht davon gelähmt, was andere von uns denken, sondern wie wir es selber sehen und bewerten. Embrace your inner vagina und hör endlich auf ein Arschloch zu sein.

Besten Dank.

Die Motivation kam vom Nichtschreibenwollen meiner Geschichtsarbeit.

An dieser Stelle: Schweigeminute für das gegenseitige-Runtermachen der Frauen aufgrund ihrer Fraulichkeit.

Eau de ÖV

Lieber Sonntag,

Jetzt erwarten Sie vielleicht, dass mein erster Blog eine Art „Hallo, Welt! Hier bin ich“ – Gelabere wird, wäre in meinem Fall wohl etwas fehl am Platz. Oder können wir uns gleich duzen? Demfall: Hoi! Also wo war ich gerade… ja genau: Im Bus war ich, als ich den Entschluss fasste, einen Blog starten zu müssen. Sie kennen das vielleicht, als Mit-Zürcher (oder Co-Zürcher?), der ÖV, der stinkt. Kopfnote Schweiss und ein „Nein Scheisse, muss die jetzt so ein Parfum tragen“ – Parfum, Herznote Alkohol und Rauch. Und Basisnote halt sonst was Grusiges, was nicht mehr ganz identifiziert werden kann.

Aber du weisst ja selber wie es ist. Die Ansammlung verschiedenster Menschen im ÖV hätte Hollywood nicht besser zusammenstellen können: Den Tram- und Buseigenen Alki oder Obdachloses kennt jeder, in Eau de Parfum eingeweichte hominis oeconomici (hoffe, das ist jetzt richtig dekliniert) gibts auch zur Genüge, und wie Hunde, die bellen, beissen nicht, gilt auch für Babies: Babies die schreien, sch… ja eben.

Eine bessere Lüftung wäre geil, ZVV! Merci.
Und dann im Sommer erst recht, läck… aber eben.

Mein Name verpflichtet geradezu beim Thema ÖV, den HB zu berücksichtigen. Das Tor zur Aussenwelt. Zu den Nicht-Städtlern. Oder besser gesagt: Die heiligen Hallen für Pendler aus der ganzen Schweiz. Der HB nimmt sie alle auf. Sogar die Aargauer. Nein, Spass beiseite. Der HB, der ist übel. Nein wirklich jetzt! Das ist doch nicht artgerecht! Wie ein Ameisenhaufen sieht das aus: Jeder versucht heil von Punkt A nach Punkt B zu gelangen, weder Zigi noch Kaffee soll dann bitte auf den Boden fallen und „Scheisse du *Zuckihund-Gefluche* jetzt hat der mir im vollem Ernst sein scheiss Koffer ans Schienbein etc.“ Bis man dann das Tram oder den Bus erreicht hat. Wie alle 1364234 anderen auch, die jetzt in diesem Moment ins genau gleiche Tram wollen. Und dann eben, stinkts noch gewaltig, siehe oben. Und das alles vor 08.00 Uhr.
Guten Morgen, ihr Arschlöcher.

Besten Dank.

Nachschub:
Ich bin übrigens kein Freund langer Blogeinträge, soviel zu sagen hat keiner. Und Zeit zu lesen auch nicht. Nein wirklich nicht. Also kannst du dich mal an diese Länge gewöhnen, so eine WC-Sitzungslänge halt.

Zudem verfüge ich über ein breites Spektrum an Vokabular, wie du wohl gemerkt hast. Fluchen ist wie geistiges Furzen, es dient der Erleichterung. Ja, nicht ganz stubenreine Wörter werden hier vorkommen.

äcksgüsi!

css.php