Eau de ÖV

Lieber Sonntag,

Jetzt erwarten Sie vielleicht, dass mein erster Blog eine Art „Hallo, Welt! Hier bin ich“ – Gelabere wird, wäre in meinem Fall wohl etwas fehl am Platz. Oder können wir uns gleich duzen? Demfall: Hoi! Also wo war ich gerade… ja genau: Im Bus war ich, als ich den Entschluss fasste, einen Blog starten zu müssen. Sie kennen das vielleicht, als Mit-Zürcher (oder Co-Zürcher?), der ÖV, der stinkt. Kopfnote Schweiss und ein „Nein Scheisse, muss die jetzt so ein Parfum tragen“ – Parfum, Herznote Alkohol und Rauch. Und Basisnote halt sonst was Grusiges, was nicht mehr ganz identifiziert werden kann.

Aber du weisst ja selber wie es ist. Die Ansammlung verschiedenster Menschen im ÖV hätte Hollywood nicht besser zusammenstellen können: Den Tram- und Buseigenen Alki oder Obdachloses kennt jeder, in Eau de Parfum eingeweichte hominis oeconomici (hoffe, das ist jetzt richtig dekliniert) gibts auch zur Genüge, und wie Hunde, die bellen, beissen nicht, gilt auch für Babies: Babies die schreien, sch… ja eben.

Eine bessere Lüftung wäre geil, ZVV! Merci.
Und dann im Sommer erst recht, läck… aber eben.

Mein Name verpflichtet geradezu beim Thema ÖV, den HB zu berücksichtigen. Das Tor zur Aussenwelt. Zu den Nicht-Städtlern. Oder besser gesagt: Die heiligen Hallen für Pendler aus der ganzen Schweiz. Der HB nimmt sie alle auf. Sogar die Aargauer. Nein, Spass beiseite. Der HB, der ist übel. Nein wirklich jetzt! Das ist doch nicht artgerecht! Wie ein Ameisenhaufen sieht das aus: Jeder versucht heil von Punkt A nach Punkt B zu gelangen, weder Zigi noch Kaffee soll dann bitte auf den Boden fallen und „Scheisse du *Zuckihund-Gefluche* jetzt hat der mir im vollem Ernst sein scheiss Koffer ans Schienbein etc.“ Bis man dann das Tram oder den Bus erreicht hat. Wie alle 1364234 anderen auch, die jetzt in diesem Moment ins genau gleiche Tram wollen. Und dann eben, stinkts noch gewaltig, siehe oben. Und das alles vor 08.00 Uhr.
Guten Morgen, ihr Arschlöcher.

Besten Dank.

Nachschub:
Ich bin übrigens kein Freund langer Blogeinträge, soviel zu sagen hat keiner. Und Zeit zu lesen auch nicht. Nein wirklich nicht. Also kannst du dich mal an diese Länge gewöhnen, so eine WC-Sitzungslänge halt.

Zudem verfüge ich über ein breites Spektrum an Vokabular, wie du wohl gemerkt hast. Fluchen ist wie geistiges Furzen, es dient der Erleichterung. Ja, nicht ganz stubenreine Wörter werden hier vorkommen.

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